Kokosöl Fettsäuren

Top Ten – Diese Fettsäuren enthält Kokosöl

Der Fettanteil in kaltgepresstem Kokosöl besteht zum größten Teil aus gesättigten Fettsäuren. Die Top-Ten lässt sich nicht komplett auf zehn vervollständigen, denn in nativem Kokosöl sind lediglich neun Hauptfettsäuren enthalten, die ich im Folgenden auflisten und deren Wirkweise auf euren Körper ich euch näher erörtern möchte. Ihr könnt mit Kokosöl einiges für eure Gesundheit tun. Hier könnt ihr nachlesen, welche positiven Eigenschaften welche Fettsäure genau auf eure Gesundheit hat.

Top 1 – Die Laurinsäure (C12H24O2)

Mit einem Gehalt von durchschnittlich 45% – 56% ist die Laurinsäure (C12) die am stärksten vertretene Fettsäure in nativem Kokosöl. Es handelt sich dabei um eine gesättigte Fett- und Carbonsäure, die sich vom Alkan n-Dodecan ableitet. Deshalb wird sie auch oft als Dodecansäure bezeichnet. Die Laurinsäure gehört zu den mittelkettigen Fettsäuren, den sogenannten MCT-Fettsäuren (medium-chain triglycerides) oder MCFA (medium-chained fatty acids). Durch zahlreiche wissenschaftliche Studien wird die antimikrobielle, antifungale und antibakterielle Wirkung der Laurinsäure bestätigt. Auch ihre Wirkung gegen Zecken wurde bereits wissenschaftlich erkundet. Scheinbar ist es der für den Menschen nicht wahrnehmbare Geruch dieser Fettsäure, der sich auf eurer Haut abschreckend auf die Spinnentiere und andere blutsaugende Insekten auswirkt.

Top 2 – Die Myristinsäure (C14H28O2)

Die Myristinsäure, auch Tetradecansäure genannt, ist in Kokosöl mit einem Anteil von etwa 16% – 21% vorzufinden. Sie zählt zu den gesättigten, mittelkettigen Fettsäuren (C14). Diese ist, ebenso wie die schon genannte Laurinsäure, eine gesättigte Fett- sowie Carbonsäure und leitet sich von Alkan n-Tetradecan ab. Myristinsäure ist in den meisten tierischen und pflanzlichen Fetten enthalten und es ist mittlerweile bekannt, dass sie eine nicht unbedeutende Rolle für den Aufbau der Bio-Membranen menschlicher Körperzellen und für die zelluläre Immunfunktion in eurem Körper spielt.

Allerdings kann der Körper diese Fettsäure nicht selbst bilden, weshalb sie zu den essentiellen Fettsäuren gezählt wird. Myristinsäure sorgt für den angenehm kühlenden Effekt, wenn ihr Kokosöl auf die Haut aufbringt. Deshalb schafft es, z.B. bei einem leichten Sonnenbrand, schnelle Linderung. Des Weiteren hilft sie euch, eure geschädigte Haut schneller wieder zu regenerieren.

Fettsäuren in KokosnussölTop 3 – Die Caprylsäure (C8H16O2)

Mit einem Gehalt von 8% – 13% landet die mittelkettige, gesättigte Caprylsäure (auch Octansäure) auf Platz drei der enthaltenen Fettsäuren in unbehandeltem Kokosöl. Caprylsäure findet in vielen Insektensprays Anwendung, sie greift den Chitinpanzer von Insekten an und löst ihn auf. Sie hat demnach eine antiparasitäre Wirkung. Außerdem wirkt diese Fettsäure pilzhemmend, weshalb sie in vielen Rezepturen, beispielsweise gegen Candida albicans, zu finden ist. Auch gegen bakterielle Infektionen wird sie eingesetzt.

Die antifungale Eigenschaft wurde in Studien bestätigt, sowohl in-vivo als auch in-vitro. Wie genau diese Wirkung zustande kommt, wurde nie komplett abgeklärt, aber es wird vermutet, dass die Caprylsäure die Zellmembranen verschiedenster Hefepilze angreifen und dadurch zu deren Zerfall führen kann. Hierdurch können vermehrt Pilztoxine und Antigene freigegeben werden, was anfangs zu einer Erstverschlimmerung der Symptome führen kann. Diese klingt aber meist nach kurzer Zeit, wenn ihr Kokosöl weiter einnehmt, wieder ab.

Durch die Einnahme von Caprylsäure könnt ihr die Aufnahme von Aminosäuren, Calzium und Magnesium erhöhen, was sich günstig auf euren Muskelaufbau auswirken kann. Dem Abbau von Muskelgewebe, welcher bei starker Muskel-Beanspruchung auftreten kann, wird entgegengewirkt. Die Heilung von verletzen Muskeln kann beschleunigt werden. Während des Verdauungsvorgangs sorgt die Caprylsäure in eurer Leber für die Bildung von Ketonen. Diese sind vor allem bei Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, MS aber auch Diabetes eine wichtige und stabile Energiequelle für das Gehirn und der Blutzuckerspiegel wird dadurch nicht negativ beeinflusst. Der menschliche Körper ist in der Lage, Caprylsäure in geringen Mengen selbst zu produzieren.

Top 4 – Die Palmitinsäure (C16H32O2)

Die Palmitinsäure (Cetylsäure oder auch Hexadecansäure) ist eine gesättigte, in Kokosöl etwa zu 6% – 9% enthalten. Diese Palmitate werden gerne in der Kosmetikindustrie verwendet. Ungebundene Fettsäuren, zu denen auch die Palmitinsäure gezählt wird, sind ein äußerst wichtiger Bestandteil der menschlichen Hautbarriere und unseres Säureschutzmantels.

Diese Fettsäure wird gerne in kosmetischen Pflegeprodukten für die reifere Haut eingesetzt. Palmitinsäure bietet oxidativen Schutz vor äußeren Einflüssen, wie z.B. in die Haut eindringenden Schadstoffen aus der Umwelt. Desweiteren dient die Hexadecansäure als ein wichtiger Energielieferant für ein gesundes Herz und reguliert die Zellkommunikation und die Funktionen unserer einzelnen Körperzellen. Sie ist in nicht unbedeutendem Umfang am Aufbau sämtlicher Organismen beteiligt und dient als Hauptspeicher für Energie. Außerdem fördert Palmitinsäure die Bildung des Hautschutz-Vitamins D. Durch Palmitinsäure als Nahrungszugabe kann die Eiweiß-, Magnesium- und Calciumaufnahme in eurem Körper, vor allem auch bei Kindern, erhöht werden. Ihr solltet also nicht darauf verzichten, regelmäßig Palmitinsäure zu euch zu nehmen.

Top 5 – Die Caprinsäure (C10H20O2)

Caprinsäure (Decansäure), auch eine mittelkettige Fettsäure und zu 5% bis 7% in Kokosöl enthalten, wird mittlerweile erfolgreich in einigen Anti-Kopflaus-Mitteln eingesetzt. Sie soll die Atmungsorgane (Tracheen) der Parasiten verstopfen und auf diese Weise abtöten. Einige  natürliche Anti-Parasiten-Mittel für Kleintiere (gegen Milben, Flöhe, etc.) enthalten diese Fettsäure. Die Caprinsäure und daraus gewonnene Derivate finden außerdem häufig in der Kosmetikindustrie Verwendung und werden dort vor allem als reinigender und emulgierender Zusatz in Shampoos und Duschgels eingesetzt.

In eurem Körper wird die Caprinsäure in ihr Monoglycerid, also in Monocaprin umgewandelt. Als solches zeigt es sich in-vitro antibakteriell und antiviral. Studien erbrachten bereits den Nachweis, dass Monocaprin bei HIV antiviral wirkt. Inzwischen wird die Wirksamkeit gegen Herpes-simplex-Viren, Chlamydien und einige andere sexuell übertragbare Bakterienstämme getestet. Gegen Candida-Pilze zeigte die Fettsäure in Studien bereits ihre besondere Wirkung. Wenn ihr eine Candida-Infektion habt, kann euch Kokosöl also helfen. Im menschlichen sowie im tierischen Organismus fördert die Caprinsäure das gute HDL-Cholesterin und baut schlechtes LDL-Cholesterin ab.

FettsäureTop 6 – Die Ölsäure (C18H34O2)

Die Ölsäure stellt den wichtigsten Vertreter einfach ungesättigter Fettsäuren dar und ist zu 4% bis 7% in Kokosöl enthalten. Die Omega-9 Fettsäure kommt in fast allen tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen vor und wird in der Industrie hauptsächlich zur Herstellung von Seifen und Tensiden verwendet. In epidemiologischen Studien in Ländern rund ums Mittelmeer wurde festgestellt, dass dort, wo ölsäurereiches Öl verwendet wird, Herz-Kreislauferkrankungen deutlich seltener auftreten als beispielsweise in Nord- und Mitteleuropa.

Dies liegt unter anderem an der blutdrucksenkenden und damit das Herz schützenden Wirkung. Klinische Studien belegen weiterhin, dass einfach ungesättigte Fettsäuren das Gesamtcholesterin und insbesondere das „schlechte“ LDL-Cholesterin senken und das Verhältnis von HDL- und LDL-Cholesterin ausgleichen. Auch wenn ihr Entzündungsprozesse in den Gefäßen habt, können diese durch die Anwendung von Ölsäure ausgebremst werden. Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie die Ölsäure, machen die Lipidbarriere der Haut durchlässiger und dadurch für fettlösliche Wirkstoffe aufnahmefähiger.

Top 7 – Stearinsäure (C18H36O2)

Bei Stearinsäure (n-Octadecansäure) handelt es sich um eine gesättigte, langkettige Fettsäure (C18), die hauptsächlich in der Lebensmittel- und Arzneimittelherstellung Verwendung findet und in der Seifenherstellung unverzichtbar ist. Kokosöl enthält etwa 2% bis 3% Stearinsäure. Sie wirkt rückfettend und ist deshalb häufig in Kosmetika für trockene, ausgelaugte und empfindliche Haut zu finden. Öle, die einen höheren Anteil an Stearinsäure enthalten, stärken den Hydro-Lipid-Mantel der Haut und schützen sie vor äußeren Einflüssen. Allgemein gilt Stearinsäure als gut verträglich, denn sie nimmt kaum Einfluss auf euren Cholesterinspiegel.

Top 8 – Linolsäure (C18H32O2)

Linolsäure ist eine ungesättigte Fettsäure. Sie gehört zur Familie der Omega-6 Fettsäuren und ist einer der wirkungsvollsten Anti-Aging-Inhaltsstoffe in Kosmetika. Bis zu 1,5% findet man davon in nativem Kokosöl. Als Bestandteil der menschlichen Ceramide in der Haut trägt sie zu einer gesunden Ausstrahlung und zu gefestigtem Haar bei. Ceramide sind essentiell für die Haar- und Hautgesundheit. Linolsäure spendet reichlich Feuchtigkeit und sorgt für einen funktionierenden Schutzmantel.

Die Linolsäure hat eine stark entzündungshemmende Eigenschaft und wirkt deshalb unterstützend, wenn ihr Hautprobleme wie beispielsweise Akne, Neurodermitis und Psoriasis habt, denn die typischen Beschwerden werden in Schach gehalten und gelindert. Die Fettsäure kann starke Verfärbungen eurer Haut (Hyperpigmentierung z.B. bei Altersflecken, Akne oder nach starker Sonneneinstrahlung) abschwächen. Die Melanin-Synthese wird durch Linolsäure ausgeglichen und reguliert. Linolsäure sorgt für eine gute Hydratation der Haut und bietet ihr so einen ausgesprochen guten Schutz vor äußeren Einflüssen wie Wind, Kälte, Hitze und Umweltgiftstoffen.

Top 9 – Capronsäure (C6H12O2)

Capronsäure (Hexansäure – C6) ist eine kurzkettige gesättigte Fettsäure, die bereits stark verdünnt eine antiparasitäre Wirkung aufweist. In Kokosöl ist sie zu etwa 1% enthalten und wird mittlerweile in einigen Anti-Läuse-Mitteln als Wirkstoff eingesetzt. Auch in Naturkosmetik-Deos wird diese Fettsäure eingesetzt, denn sie bekämpft Mikroorganismen, die für die unangenehmen Gerüche unter euren Achseln verantwortlich sind. Die Fettsäure  kann geruchsbildende Bakterien neutralisieren. Die Triglyceride aus Capron- und Caprylsäure stärken die Lipidbarriere eurer Haut und verhindern den Feuchtigkeitsverlust. Sie ist also unabdingbar, wenn ihr eine gesunde, strahlende Haut haben wollt.

Wie ihr sehen könnt, ist natives Kokosöl richtig klasse, wenn es um eure Gesundheit geht. Ihr solltet aber immer ein hochwertiges Öl benutzen. Idealerweise besorgt ihr euch ein Bio-Kokosöl, das nativ ist und bestenfalls Rohkostqualität aufweist.

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